Das Unternehmen - ein Firmenporträt

Die Arnold Pütz & Sohn Recycling GmbH in Merzenich wurde, wie viele der Firmen, die sich heute mit Aufbereitung beschäftigen, ursprünglich als Bauunternehmung für Abbruch und Erdarbeiten gegründet. Bereits seit der Gründung 1972 ist auch der heutige Geschäftsführer und Sohn des Firmengründers Siegfried Pütz dabei.

Seine Autoschlosserlehre brach der damals 17jährige kurzerhand ab, um im eigenen Betrieb auf den Bagger zu steigen. "Damals war noch eine gute Zeit", erinnert sich Pütz. Es wurde viel gebaut, fast täglich habe die Firma eine Baugrube für ein Einfamilienhaus ausgeschachtet.
Anfang der 80er Jahre kaufte sein Vater Arnold eine Sand- und Kiesgrube in Merzenich und verlagerte den gesamten Betrieb von Kreuzau dorthin. Parallel dazu begann das Unternehmen mit dem Bauschuttrecycling. Die Idee dazu kam beiden, als sie auf dem Hof standen, den Bauschutt betrachteten und befanden, dass es eigentlich schade sei, dass das Material einfach weggeworfen wird. Zur Probe zerschlugen sie einige Steine mit dem Hammer. Die erste Anschaffung war dann eine kleine Prallmühle, in der laut Firmeninhaber Siegfried Pütz "zwei bis drei Ziegelsteine" verarbeitet werden konnten.

Es begann mit 1.000 t

Das so zerkleinerte Material wurde von den Kunden gut angenommen. "Bereits im darauf folgenden Winter sind wir 'spinzen' gegangen, wie man hier sagt", berichtet Pütz. In den großen Werken und Steinbrüchen schaute man sich ab, wie es dort gemacht wurde. Das Ergebnis war der erste große Backenbrecher mit einer Durchsatzleistung von rund 1.000 t pro Tag.
Nun folgte aber auch das "Zeitalter der Beschwerden". Es wurden größere Mengen verarbeitet, der Betrieb lag in Ortsnähe - Lkw-Verkehr und Lärm riefen die Behörden auf den Plan.
Daher arbeitete der Betrieb auf die Genehmigung für den heutigen Standort Merzenicher Heide hin. "Fast zehn Jahre hat das gedauert", erinnert sich Pütz.
1993 schließlich war der Standort genehmigt. Gleichzeitig vollzogen Vater und Sohn auch den Generationswechsel. Siegfried Pütz übernahm den väterlichen Betrieb und firmierte um vom Einzelunternehmen in eine GmbH.
Mit dem Umzug Ende 1996 erweiterte er den Betrieb auf alle Arten von Abfall. Heute verarbeiten zwei Backenbrecher mit den entsprechenden Sieben rund 150.000 t Bauschutt jährlich.

Für Gewerbeabfälle wurde eigens eine 10.000 m2 große Halle errichtet, wo der Abfall gesammelt und geschreddert wird. Darüber hinaus betreibt Pütz einen Containerdienst und den Baustoffhandel für die Schüttgüter. Und natürlich nach wie vor Abbruch und Erdarbeiten, wobei dieser Zweig aber nur noch etwa ein Viertel des Geschäfts ausmacht.
Alles in allem, so resümiert Siegfried Pütz, hat sich der Betrieb gesund entwickelt.
Natürlich leidet auch er unter der gesamtwirtschaftlichen Krise: "Seit dem Jahr 2000 geht es abwärts". In diesem Jahr musste er auch seine Belegschaft von 50 auf 30 Mitarbeiter reduzieren.
Diese Zahl ist aber seitdem in etwa konstant. Im selben Jahr schaffte er auch die letzte mobile Brechanlage ab. Der Wettbewerbsdruck war zu groß geworden, begründet Pütz die Entscheidung. Das größte Problem derzeit sieht er, wie die meisten seiner Kollegen, in der Umsetzung der Technischen Anleitung Siedlungsabfälle (TASi) , deren Novellierung seit dem 1. Juni dieses Jahres in Kraft ist. Kopfschüttelnd betrachtet Siegfried Pütz den Kostenvoranschlag für den Abriss eines Einfamilienhauses nach einem Brandschaden. "Die Entsorgung des Inventars kostet rund 4.000 EUR. Weil es ein Fertighaus ist, muss die Glaswolle per Handarbeit ausgesondert werden; das kostet rund 9.000 EUR. Darauf kommt dann noch der eigentliche Abbruch mit rund 7.000 EUR", rechnet der Unternehmer zusammen. Vor zehn Jahren hätte dasselbe Projekt mit 7.000 EUR insgesamt zu Buche geschlagen. "Wer soll das noch bezahlen?" fragt sich Pütz. Und vor allem: Wie soll er das seinen Kunden erklären?
Ein weiteres Problem sei die Zurückhaltung vieler Kommunen gegenüber Recycling-Material. "Wir haben vielleicht einen kleinen Vorteil, weil wir schon über lange Jahre mit den Behörden und Architekten zusammenarbeiten, und diese aus Erfahrung wissen, dass wir gute Qualität liefern", meint Pütz. Diesbezüglich sei vor allem die Bundesvereinigung Recycling-Baustoffe gefordert, noch besser aufzuklären, um die Zusammenarbeit mit den Kommunen zu erleichtern. Und - auch darin stimmt Pütz mit den meisten Recyclern überein - eine der wichtigsten Punkte sei, das RCL bundeseinheitlich nicht mehr als Abfall gelte. "Das würde uns wirklich helfen", betont er.

Nur erstklassige Qualität

Pütz betont, dass der Einbau von RCL oft mit mehr Aufwand hinsichtlich Prüfungen und Genehmigungen verbunden ist. Dies werde unter Kostenaspekten oft nur noch bei relativ großen Flächen betrieben. "Gerade hier auf dem Land leben wir aber viel von eher kleineren Aufträgen. Da kann man nur mit erstklassiger Qualität überzeugen."
Um eines jedenfalls muss sich der Unternehmer keine Sorgen machen - die Nachfolge. Sein ältester Sohn lernt nach einer Ausbildung zum Straßenbauer in einem befreundeten Betrieb jetzt in der eigenen Firma noch Bürokaufmann, der jüngste Sohn schlägt denselben Weg ein.